Mein ansatz

Was meine Arbeit charakterisiert ist Vielseitigkeit, Multiperspektivität und wissenschaftliches Fundament. Ich bin davon überzeugt, dass es nicht die eine Methode, das eine Tool, die eine Wahrheit gibt, die für alle Menschen, alle Themen, alle Probleme gleichermaßen unterstützend ist.

Aus diesem Grund verbindet meine Arbeit einer breiten Palette an Methoden und Techniken, von Kohärenztherapie und Life Coaching (nach der transpersonalen Psychologie) bis hin zu Achtsamkeitsübungen, somatischer Körperarbeit und Embodiment.

Was mir in meiner Arbeit besonders am Herzen liegt ist die Berücksichtigung unseres Seins in seiner Ganzheit. Was bedeutet das?

Die aktuelle Forschung unterstreicht zunehmend die Multidimensionalität des Mensch-Seins und die komplexen Zusammenhänge zwischen Körper, Nervensystem, Hormonhaushalt, geistigen sowie emotionalen und seelischen Zuständen.

Diese Erkenntnisse haben mich dazu bewegt, kognitive Ansätze (top-down) mit Körper- und Nervensystemarbeit (button-up) zu verbinden, um möglichst viele Ebenen der Selbsterfahrung zu integrieren und die gegenseitigen Bedingungen und Wechselwirkungen im Prozess der Selbsterkenntnis und Transformation zu nutzen.

zentrale methoden meiner arbeit

  • Die Kohärenztherapie ist ein Psychotherapiesystem, das auf der Theorie beruht, dass sowohl die emotionale Stimmung als auch das Denken und Verhalten kohärent gemäß den aktuellen mentalen Modellen der Person erzeugt werden, von denen die meisten implizit und unbewusst sind.

    Sie wurde in den 1990er Jahren von Bruce Ecker und Laurel Hulley begründet und gilt heute als eine der angesehensten postmodernen, konstruktivistischen Therapien, u.a. auch aufgrund ihres starken, neurobiologischen Bezugs mit zunehmender wissenschaftlicher Evidenz.

    Die Grundlage der Kohärenztherapie ist das Prinzip der Symptomkohärenz. Es beschreibt, dass jede Reaktion des Körper-Geist-Systems ein Ausdruck kohärenter persönlicher Konstrukte ist, die nonverbale, emotionale, wahrnehmungsbezogene und somatische Erkenntnisse sind und auf vergangenen Erfahrungen beruhen.

    Die Symptomkohärenz drückt aus, dass die scheinbar irrationalen, dysfunktionalen Symptome einer Person in Wirklichkeit vernünftige, schlüssige und zutiefst sinnvolle Ausdrücke der bestehenden Selbst- und Weltkonstruktionen sind, keine Störung oder Pathologie.

    Der Prozess der Kohärenztherapie ist eher erfahrungsorientiert als analytisch und ähnelt in dieser Hinsicht anderen Therapieansätzen wie der inneren Anteilearbeit, Gestalttherapie oder Hakomi. Ziel ist es, dass der Klient/die Klientin die unbewussten persönlichen Konstrukte, die ein unerwünschtes Symptom hervorrufen, direkt und emotional erlebt und einen natürlichen Prozess der Revision oder Auflösung dieser Konstrukte durchläuft, wodurch das Symptom beseitigt wird (Prozess der Gedächtnisrekonsolidierung).

  • Das Internal Family Systems (IFS) ist ein integratives Therapiesystem, das von Richard Schwartz entwickelt wurde. Es basiert auf der Annahme, dass die Psyche eines Menschen aus verschiedenen „Teilen“ besteht, die jeweils unterschiedliche Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen repräsentieren. Diese Teile können als innere „Familienmitglieder“ betrachtet werden, die miteinander interagieren.

    Es wird zwischen verschiedenen Arten von Teilen unterschieden: die „Selbst“-Anteile, die als weise und fürsorglich gelten, und die sogenannten „Überlebensanteile“, die oft durch traumatische Erfahrungen entstanden sind und ungesunde Verhaltensweisen oder Abwehrmechanismen entwickeln können. Ziel ist es, diese inneren Teile zu verstehen, Konflikte zwischen ihnen zu lösen und sie zu integrieren, um das gesamte psychische System in Balance zu bringen.

    Die somatische Anteilearbeit (Somatic Parts Work) bedient sich dem therapeutischen Grundkonzept von IFS und unterstreicht vor allem die Ebene der Körpererfahrung im Prozess. Sie stützt sich auf der Erkenntnis, dass die verschiedenen inneren Anteile auch auf Körperebene Ausdruck finden und auf diese Weise oft schneller und leichter identizifiert und “kontaktiert” werden können.

  • Selbstmitgefühl beschreibt die Fähigkeit, uns selbst genau so wohlwollend und fürsorglich zu begegnen, wie wir einem guten Freund bzw. einer guten Freundin begegnen würden, die gerade durch eine herausfordernde Zeit geht.

    MSC basiert auf drei grundlegenden Säulen: Mindfulness (Achtsamkeit), Self-Kindness (der Freundlichkeit gegenüber sich selbst) und Shared Humanness (dem gemeinsamen Mensch-Sein). Diese drei Säulen greifen eng ineinander und bilden die Grundlage des wissenschaftlich fundierten 8-Wochen-Kurses Mindful Self-Compassion. Auch in der von Dr. Kristin Neff entwickelten Skala zur Messung von Mindful Self-Compassion kommen diese drei Facetten konkret vor.

    Eine große Bandbreite an Studien legt mittlerweile dar, dass sich MSC positiv auf unsere mentale, aber auch körperliche Gesundheit auswirkt, dass es unsere Resilienz, unsere Emotionsregulierungsfähigkeiten und sogar unsere Selbstwirksamkeit und Leistungsfähigkeit steigert.

    Allgemein kann die Praxis des achtsamen Selbstmitgefühls als eine evidenzbasierte Methode zur Stärkung innerer Ressourcen betrachtet werden. Sie basiert auf Meditationen, achtsamkeitsbasierten Übungen und Selbstreflexionsansätzen, die im Laufe des Praktizierens zu einer inneren Haltung übergehen. Einer inneren Haltung, die das authentische Selbst stärkt und für mehr Verbundenheit sorgt - sowohl sich selbst als auch anderen gegenüber.

  • Embodiment bezieht sich auf das Konzept, dass unser Körper und Geist untrennbar miteinander verbunden sind. Es beschreibt die Weise, wie Gedanken, Emotionen und Erfahrungen über den Körper erlebt und ausgedrückt werden. Im therapeutischen Kontext geht es beim Embodiment darum, das Körperbewusstsein zu fördern, um emotionale und mentale Prozesse zu integrieren und zu heilen.

    Embodiment Practices sind konkrete “Bottom-Up”-Praktiken wie z.B. Bewegung, Yoga, Atmung oder die Arbeit mit Klang und Stimme. Sie wirken über die Körper- und Sinneserfahrung beruhigend, nährend und stärkend auf unser Nervensystem und sorgen von dort aus für positive Effekte auf unser körperliches, mentales, emotionales und seelisches Wohlbefinden.

    Wir sind niemals “fertig verkörpert”. So kann Embodiment als ein unendlicher Prozess verstanden werden, im Rahmen dessen wir immer mehr erkennen, Unterbewusstem über den Körper Ausdruck verleihen, Vergangenes integrieren und Stück für Stück mehr in uns und bei uns selbst ankommen. Embodiment geschieht durch das Fühlen (“the felt sense”). Je mehr Kapazität bzw. Containment für’s Fühlen kreiert werden kann, desto ganzheitlicher der Bezug zum authentischen Selbst.

Ich glaube an die tiefe Kohärenz der menschlichen Psyche, das transformative Potenzial hinter dem Fühlen unserer Emotionen und an Wachstum durch mutige Einsicht und die tiefe Integration all unserer Facetten, Anteile und Erfahrungsebenen. Dort, wo wir uns erlauben zu fühlen und uns Körper, Nervensystem, Geist, Herz und Seele mit Neugierde und Sanftheit zuwenden, dort beginnt eine Held:innen-Reise hin zu unserem authentischen und bewussten Selbst.

haltungselemente, die dein authentisches wachstum unterstützen

Achtsamkeit

Achtsamkeit wird im klassischen Sinne als “moment to moment awareness” verstanden; als eine verkörperte Haltung von Präsenz, Fokussiertheit und Wertfreiheit. Diese Qualitäten öffnen uns beispielsweise die Tür hin zur Erkenntnis, dass es Bereiche in unserem Leben gibt, in denen wir nicht zufrieden sind und uns eine Veränderung wünschen. Achtsamkeit kann als eine Art Taschenlampe verstanden werden, die u.a. dort hinleuchtet, wo wir uns eine andere Erfahrung und somit Veränderung wünschen.

Gleichzeitig unterstützt uns das Praktizieren von Achtsamkeit auch in vielen anderen Hinsichten. Durch achtsame Beobachtung schaffen wir eine “bewusste Pause” zwischen Reiz und Reaktion, kreieren neue Denk-, Fühl- und Handlungsspielräume und schenken uns selbst dadurch die Möglichkeit, neu und wirkungsvoll zu wählen.

Verletzlichkeit

Dank der Forschungsarbeiten von Dr. Brené Brown ist die Kraft der Verletzlichkeit in den letzten Jahren mehr und mehr ins kollektive Bewusstsein gerückt. In ihren Artikeln und Büchern beschreibt sie, wie Verletzlichkeit als die Grundvoraussetzung für wahrhaftigen Mut verstanden werden kann. Verletzlich zu sein bedeutet, sich mehr und mehr für den Weg vom Denken und Analysieren ins ehrliche Wahrnehmen und Fühlen zu öffnen.

Verletzlichkeit geht einher mit der Entscheidung, bisherige Kompensationsmuster, Ablenkungsmanöver und konstruierte Identitäten zu hinterfragen und durch das Entwickeln eines stärkeren Self-Containments durch ehrliches Mitteilen, Offenheit und Roh-sein abzulösen.

Verwundbarkeit zeigt uns den Weg zu unserem menschlichsten und authentischsten Selbst.

Sanftheit

Dort wo Stress, Unsicherheit, Druck oder Selbstkritik präsent ist, dort überwiegt meist ein unbewusster State innerer Härte und Anspannung. Unser Körper “macht zu”, die Gedanken färben sich negativ und unser Nervensystem gerät in die bekannten Überlebensmodi von Kampf, Flucht, Einfrieren oder Unterwerfung. Bewusst sanft zu werden ist eine Praxis, die uns darin unterstützt, wohlwollend mit uns zu sein, das eigene Nervensystem zu regulieren und zurück in einen Zustand von Ruhe, Vertrauen und Selbstverbundenheit zu finden.

Sanftheit lässt sich beispielsweise über Körperarbeit kultivieren, oder auch über die Praxis des achtsamen Selbstgefühls. Mit sich selbst sanft umzugehen bedeutet, eine Haltung der Selbstliebe und -fürsorge einzunehmen, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen, mit sich selbst geduldig zu sein und ein ehrliches Interesse am eigenen Wohlergehen zu haben.